Der Kindliche Entwicklungsprozess aus Montessori-Sicht
Gesendet von Sigrid am Mittwoch 21. Jul. 2010 unter AllgemeinNach Ansicht der Montessori-Konzepts kann der Entwicklungsprozess von Kindern in insgesamt drei Phasen unterteilt werden: Das Erste Kindheitsstadium (0 bis 6 Jahre), das Zweite Kindheitsstadium (6 bis 12 Jahre) sowie das Jugendalter (12 bis 18 Jahre). Alle drei Entwicklungsstufen unterschieden dich deutlich voneinander, was im folgenden näher dargestellt werden soll.
Das Erste Kindheitsstadium
Nach Montessori ist das Erste Kindheitsstadium die wichtigste Zeit im Leben eines Menschen, weil im Alter zwischen 0 und sechs Jahren dessen Persönlichkeit grundlegend geformt wird. Laut Montessori können die ersten sechs Lebensjahre als eine zweite embryonale Wachstumsphase gedeutet werden. Denn genau in diesen Jahren entwickeln und formen sich die Psyche und das Wesen des Menschen. Im Alter von 0 bis drei Jahren bilden sich die intellektuellen, motorischen und auch die sozialen Fähigkeiten eines Menschen in ihren Grundzügen heraus. In den darauf folgenden drei Lebensjahren werden diese gefestigt und gespeichert. Die Erfahrungen, welche ein Kind in diesem Lebensabschnitt sammelt und deren Einfluss auf den Geist und die Psyche dieses jungen Menschen sind irreversibel und prägen den Charakter des jeweiligen Menschen ein Leben lang.
Das Zweite Kindheitsstadium
Der Lebensabschnitt, welchen Kinder im Alter zwischen sechs und 12 Jahren durchlaufen, kann laut Montessori auch als labile Phase bezeichnet werden. In diesen Lebensjahren ist die Persönlichkeitsentwicklung des Menschen von so genannten sensiblen Phasen durchsetzt, in welchen die Kinder für bestimmte Umweltreize in besonderer Weise empfänglich sind. In einer solchen Phase ist es besonders wichtig, auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes einzugehen. Findet es eine Beschäftigung, die genau diesen Bedürfnissen entspricht, dann ist es zu größtmöglicher Konzentration fähig und wird von anderen Umweltreizen nicht vom Lernprozess abgelenkt. Eine derartige „Verfeinerung der Sinne“ gehört laut Montessori zu den wichtigsten sensiblen Phasen des kindlichen Entwicklung. Jedes Kind besitzt einen natürlichen Drang, Dinge zu berühren, zu schmecken oder zu riechen. Aus dieser Beobachtung gewinnt Montessori die Erkenntnis, dass bei Kinder der Zugang zum Lernen nicht über abstraktes Denken, sondern über die Sinne erfolgt. Aus diesem Grund sind die Lernmaterialien in Montessori-Bildungseinrichtungen derartig gestaltet, dass sie die Sinne der Kinder ansprechen.
Das Jugendalter
Die dritte, von Montessori beschriebene Lebensphase, unterscheidet sich wesentlich von den vorherigen. Im Alter zwischen 12 und 18 Jahren erfahren junge Menschen gravierende Veränderungen. Nicht nur körperlich sonder auch psychisch verändern sich Menschen in diesen Lebensjahren, was in vielen Fällen zur Verunsicherung führt. In dieser Lebensphase haben Jugendliche spezielle Bedürfnisse, auf welche Pädagogen eingehen sollten. So sollten Jugendliche beispielsweise lernen zu verstehen, welche Rolle der Mensch in der Gesellschaft spielt. Wichtig ist es in dieser Zeit auch, das Selbstvertrauen der Jugendlichen zu stärken und ihnen soziale Verantwortung zu übertragen. Die meisten Jugendlichen streben nach Unabhängigkeit und wollen als selbstständige Individuen wahr- und ernst genommen werden.